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    BDI-Interview: Deutsche Lieferketten unter Druck

    By Kloepfel17. Februar 2026Updated:17. Februar 20268 Mins Read
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    Cedric von der Hellen, Senior Referent Außenwirtschaftspolitik, Quelle: BDI
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    Supply Chain Pulse Check 2025 – eine Bestandsaufnahme

    Deutschlands Industrie steht unter Druck. Hohe Energiepreise, geopolitische Spannungen, Fachkräftemangel und regulatorische Belastungen schwächen deutsche Unternehmen. Klar ist aber auch: Die Wirtschaft kann nicht auf politische Lösungen warten. Wer seine Lieferketten jetzt nicht konsequent optimiert, riskiert Wettbewerbsnachteile.

    Mit Blick auf den Supply Chain Pulse Check 2025 von Deloitte und dem Bundesverband der Deutschen Industrie ordnet Cedric von der Hellen, Senior Referent Außenwirtschaftspolitik, die Lage deutscher Lieferketten ein – und zeigt, wo jetzt gehandelt werden muss.

    Herr von der Hellen, wo stehen deutsche Unternehmen mit ihren Lieferketten heute im internationalen Wettbewerb – gehören sie zur Spitzengruppe oder eher ins Mittelfeld?

    Cedric von der Hellen: Stand heute würde ich Deutschland nicht mehr zur internationalen Spitzengruppe zählen. Wir bewegen uns eher im gehobenen Mittelfeld. Das ist kein Absturz, aber auch kein Top-3-Niveau mehr.

    Diese Einschätzung stützt sich auf mehrere Entwicklungen, die sich inzwischen sehr klar in den Daten unseres Supply Chain Pulse Checks mit Deloitte (Link zur Quelle) zeigen. Über die Hälfte der befragten Unternehmen bewertet die Standortattraktivität Deutschlands als rückläufig, fast die Hälfte hält eine Deindustrialisierung zumindest für realistisch. Das ist kein Bild, das für eine führende Position im internationalen Wettbewerb spricht.

    Hinzu kommen anhaltende strukturelle Belastungen: Trotz aller Omnibusverfahren und -gesetze auf EU-Ebene und nationaler Reformbemühungen empfinden viele Unternehmen die Regulatorik weiterhin als wachsend. Dazu kommen hohe Energiepreise und ein weiterhin massiver Fachkräftemangel.

    Ein dritter, sehr gewichtiger Faktor ist laut Supply Chain Pulse Check der geopolitische Druck. 2025 mussten 92 Prozent der Unternehmen höhere Ausgaben für Resilienz einplanen. Dieser Druck hat zuletzt noch einmal deutlich zugenommen. Unternehmen hatten begonnen, ihre Abhängigkeiten von China stärker in Richtung USA zu diversifizieren – und stellen nun fest, dass auch dieser Pol zunehmend instabiler wird.

    Gleichzeitig zeigen unsere Studien aber auch: Mit klaren strategischen Entscheidungen und gezielten Investitionen können Unternehmen relativ schnell wieder aufschließen.

    Hat sich die Resilienz deutscher Lieferketten seit der Pandemie und den geopolitischen Krisen spürbar verbessert?

    Cedric von der Hellen: Nur punktuell würde ich sagen. Die Resilienz steigt, aber zu langsam und eher reaktiv. Unsere Studie aus dem Herbst 2024 zeigt: 42 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass das Ausfallrisiko ihrer Lieferkette steigt – das ist ein höherer Wert als noch 2023.

    Die Unternehmen investieren zwar mehr in Digitalisierung, Szenarienanalysen und Multisourcing. Dennoch fühlt sich nur rund ein Drittel gut auf geopolitische Risiken vorbereitet.

    2025 hat sich dieses Bild bestätigt. Viele Unternehmen reagieren inzwischen besser auf kurzfristige Schocks. Die Transparenz entlang der Wertschöpfungsketten ist jedoch vielerorts weiterhin nicht ausreichend.

    Kurz zusammengefasst: Es gibt mehr Maßnahmen, aber noch keine strukturelle Resilienz.

    Warum tun sich Unternehmen damit so schwer?

    Cedric von der Hellen: Aus Gesprächen mit Unternehmen wissen wir: Das Tagesgeschäft läuft unvermindert weiter – gleichzeitig sollen Lieferketten grundlegend umgebaut werden. Das bedeutet, zwei sehr große Aufgaben parallel zu bewältigen.

    Für echte Transformation braucht es zusätzliche Ressourcen: Zeit, Kapital und qualifiziertes Personal. Genau diese Ressourcen sind aber knapp. Lieferkettenumbau ist keine Nebenaufgabe, sondern ein anspruchsvolles Transformationsprojekt.

    Nearshoring und Friendshoring gelten als zentrale Hebel. Welche Branchen treiben diese Entwicklung besonders stark?

    Cedric von der Hellen: Besonders aktiv sind Branchen, die ohnehin stark global vernetzt sind und gute Möglichkeiten zur Diversifizierung haben. Dazu zählen vor allem der Maschinenbau, die Herstellung von Industriegütern, die Automobilindustrie sowie Elektronik und Technologie.

    Wie die Befragungsergebnisse aus 2025 zeigen, dürften zukünftig neben der Produktion im Allgemeinen (43 Prozent) insbesondere die Vormontage (47 Prozent) und die Endmontage (41 Prozent) noch stärker verlagert werden, anders als zuvor, wo vor allem die Bauteilfertigung im Vordergrund stand.

    Regional verschiebt sich die Produktion zunehmend in andere europäische Länder. 2024 war außerdem eine starke Bewegung in Richtung USA zu beobachten sowie nach Süd- und Südostasien.

    Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass wir in diesen Regionen auch politische Bewegung sehen – insbesondere bei Freihandelsabkommen. Der Staatenbund CPTPP ist aktuell stark im Gespräch. Auch beim Abkommen mit Indien gibt es Fortschritte, ebenso beim Mercosur-Abkommen. Hier kommt erkennbar Bewegung in die Prozesse.

    Wie sich die Situation mit den USA weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Das vergangene Jahr war sehr volatil. Eine belastbare Datenlage dazu, ob Unternehmen sich aus den USA wieder zurückziehen, liegt derzeit noch nicht vor.

    Was bedeuten diese Trends für den Standort Deutschland?

    Cedric von der Hellen: Für Deutschland bedeutet die Entwicklung: Wirtschaftliche Wertschöpfung wandert ab, wenn keine neuen Standortimpulse gesetzt werden. Unternehmen sichern sich durch Diversifizierung gegen Risiken ab, allerdings noch nicht auf einem Niveau, das sie selbst als zufriedenstellend bezeichnen würden.

    Chancen entstehen dann, wenn Digitalisierung und Automatisierung vorankommen und die Energiepreise wettbewerbsfähiger werden. Unter diesen Bedingungen würden Unternehmen Wertschöpfung auch am Standort Deutschland halten.

    Was bremst die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Lieferketten aktuell am stärksten?

    Cedric von der Hellen: Drei Faktoren stechen immer wieder deutlich hervor. Dem Supply Chain Pulse Check 2024 nach sehen 75 Prozent der Unternehmen die Regulatorik als massives Risiko, 72 Prozent die Energiepolitik und 71 Prozent den Fachkräftemangel.

    Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt sind Handelshemmnisse innerhalb des europäischen Binnenmarkts. Unterschiedliche Standards, Genehmigungsprozesse oder formale Anforderungen verursachen erhebliche Zusatzkosten.

    Analysen des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus 2024 und 2025 (Link zur Quelle) zeigen, dass die internen Handelsbarrieren im EU-Binnenmarkt im Güterbereich einem durchschnittlichen Kostenäquivalent von rund 44 Prozent entsprechen. Eine stärkere Harmonisierung könnte diese impliziten Handelskosten verringern. Das wäre ein erheblicher Hebel, um Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz gleichzeitig zu stärken.

    Ist 2026 aus Ihrer Sicht ein Wendepunkt für den Industriestandort Deutschland?

    Cedric von der Hellen: Es gibt Hoffnungen, aber von einem klaren Wendepunkt würde ich noch nicht sprechen. Die Lage bleibt fragil. Positiv ist, dass bei Handelsabkommen Bewegung erkennbar ist. Auch wenn diese nicht alle umfassend sind, zeigt sich: Auf politischer Ebene ist angekommen, dass Handlungsbedarf besteht.

    Unsere Studien zeigen, dass Unternehmen ihre Investitionen aufgrund globaler Risiken wieder stärker nach Europa und teilweise nach Deutschland verlagern wollen – allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Sorge vor Deindustrialisierung bleibt bestehen.

    Lieferketten haben dabei eine Schlüsselrolle. Sie sind heute strategischer Standortfaktor, nicht nur Kostenfaktor. Unternehmen, die auf Nearshoring, KI-gestützte Planung, Multisourcing und lokale Redundanzen setzen, können wettbewerbsfähiger werden. Ohne politische Unterstützung droht jedoch eine Fortsetzung des Abwärtstrends. 2026 ist daher weniger ein Wendepunkt als eine entscheidende Phase für den Standort.

    Welche Abhängigkeiten von China sind besonders kritisch – und wie lässt sich die Abhängigkeit bis 2030 reduzieren?

    Cedric von der Hellen: Kritisch bleiben vor allem elektronische Komponenten und Halbleiter. Rund 41 Prozent der Unternehmen berichten laut Supply Chain Pulse Check 2024 weiterhin von unveränderten Verfügbarkeitsproblemen. Hinzu kommen Engpässe bei seltenen Erden, Metallen und chemische Vorprodukten.

    Zur Reduktion der Abhängigkeit stellt sich auch die Frage nach einer anderen Sourcing-Strategie. Viele dieser Rohstoffe kommen durchaus in Europa oder sogar in Deutschland vor. Eine Förderung unter höheren Umwelt- und Technologiestandards vor Ort wäre politisch sensibel, könnte aber einen Teil der Abhängigkeit verringern.

    Bis 2030 braucht es vor allem eine konsequente China-plus-Strategie, also stärkere Diversifizierung nach Südostasien, Indien und weiteren Partnern sowie ein stärkeres Friendshoring. Zudem zeigt der Supply Chain Pulse Check 2025, dass fast 50 Prozent der Unternehmen den Aufbau multipler Lieferketten und Multisourcing planen.

    Ein zentraler Hebel ist außerdem Wiederverwertung und Zirkularität: 47 Prozent der Unternehmen wollen künftig verstärkt in Wiederverwertung, Aufarbeitung und Recycling von Ressourcen investieren, um ihre Rohstoffabhängigkeit zu reduzieren.

    Grundsätzlich gilt: Abhängigkeit reduzieren heißt nicht Abkopplung von China, sondern die Verringerung einseitiger Abhängigkeiten und eine ausgewogenere Aufstellung der Beschaffung.

    Welche Rolle spielen Südamerika und Afrika künftig?

    Cedric von der Hellen: Südamerika und Afrika lassen sich schwer vergleichen. Mit dem Mercosur-Abkommen verbinden wir große Erwartungen – sowohl als Absatzmarkt als auch als Investitionsstandort, etwa im Maschinenbau oder in der Kreislaufwirtschaft.

    In Afrika lohnt ein differenzierter Blick. Neben wichtigen Rohstoff- und Infrastrukturprojekten in Nigeria oder Südafrika sind auch Standorte wie Ägypten, als großer Markt mit vielen deutschen Niederlassungen, oder Tunesien, wo viele deutsche Automobil-Zulieferer in den letzten 30 Jahren Fertigungen aufgebaut haben, für unsere Industrie sehr wichtig. Vom Stellenwert sind dies Standorte vielleicht nicht vergleichbar mit Brasilien und Mexiko, aber allemal mit Chile und Argentinien.

    Gleichwohl bremsen stellenweise politische Unsicherheiten und mangelnde Rechtssicherheit. China ist oft schneller vor Ort.

    Gleichzeitig zeigt sich, dass Europa und Deutschland mit Qualität, Verlässlichkeit und langfristigem Mehrwert punkten können. Auch wenn unsere Prozesse komplexer sind, stehen sie für Stabilität und das gewinnt im aktuellen geopolitischen Umfeld an Bedeutung.

    Zum Abschluss: Ihre drei wichtigsten Forderungen an die Politik?

    Cedric von der Hellen: Erstens: Konsequenter Bürokratieabbau und europäische Harmonisierung – weniger Dokumentationspflichten, schnellere Genehmigungen, einheitliche Standards. Zweitens: Wettbewerbsfähige Energiepreise und Investitionen in Infrastruktur, um Planungssicherheit zu schaffen und Kosten nachhaltig zu senken.
    Drittens: Digitalisierung, KI und Lieferkettentransparenz systematisch vorantreiben. Das ist entscheidend für schnellere Prozesse, geringere Kosten und echte strukturelle Resilienz.

    Redaktion: Christian Fischer

    Lesetipp: –>Supply-Chain-Health-Check: Schwachstellen erkennen, bevor sie zum Risiko werden

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