Mit neuen Strategien gegen den Fachkräftemangel
Demografischer Wandel, neue Anforderungen und geopolitische Risiken verschärfen den War of Talents im Einkauf. Patrick Esselborn zeigt, wie Unternehmen mit neuen Strategien handlungsfähig bleiben.

Patrick, überall ist vom War of Talents die Rede. Wie dramatisch ist die Lage im Einkauf wirklich mit Blick auf 2026? Welche Rollen sind aktuell am schwersten zu besetzen?
Ich bin kein Freund davon, zu dramatisieren. Die Lage ist differenziert. In einigen Branchen – etwa im Automobil- oder Maschinenbau – sorgt die schwächere Konjunktur aktuell sogar dafür, dass zeitweise mehr Einkäufer am Markt verfügbar sind. Strukturell verschärft sich die Situation jedoch. Der demografische Wandel wirkt zunehmend. Viele erfahrene Einkaufsprofis gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand und wertvolles Know-how verschwindet aus den Unternehmen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Einkauf deutlich. Themen wie Lieferketten-Resilienz, Diversifizierung, Second-Source-Strategien oder Near- und Friendshoring machen den Einkauf komplexer und strategischer. Besonders schwer zu besetzen sind daher Rollen mit strategischem Profil – etwa im strategischen Einkauf, im Supply-Chain-Management oder im Category Management. Auch Einkaufsleiter mit internationaler Erfahrung sind stark gefragt.
Warum finden Unternehmen heute selbst für gut bezahlte Einkaufspositionen oft keine passenden Kandidaten mehr?
Das hat mehrere Ursachen. Zum einen liegt es a demografischen Wandel. Viele erfahrene Einkäufer verlassen in den kommenden Jahren den Arbeitsmarkt. Zum anderen sind die Anforderungen deutlich gestiegen. Einkauf ist heute internationaler, strategischer und stärker datengetrieben als früher.
Hinzu kommen neue Themen wie geopolitische Risiken, Nachhaltigkeit, Lieferketten-Diversifizierung oder Digitalisierung. Dadurch steigt das Kompetenzprofil und die Zahl wirklich passender Kandidaten wird kleiner.
Verschärft oder entschärft das Thema KI den Fachkräftemangel?
KI kann den Fachkräftemangel teilweise entschärfen, weil sie datenbasierte Aufgaben deutlich beschleunigt. Marktanalysen, Datenanalysen oder operative Prozesse lassen sich effizienter bearbeiten.
Gleichzeitig ersetzt KI nicht die strategische Kompetenz von Einkäufern. Themen wie Lieferantenstrategien, Risikomanagement oder komplexe Verhandlungen bleiben menschliche Kernkompetenzen.
Ab wann sollten Unternehmen über eine strukturierte Lösung wie die Einkäufer Academy nachdenken – und welchen Vorteil bringt das im War of Talents?
Darüber sollte so oder so nachgedacht werden, um den Einkauf nachhaltig zu stärken. Gezielte Trainings helfen, bestehende Teams relativ schnell weiterzuentwickeln. Gerade im Einkauf entstehen durch Digitalisierung, geopolitische Veränderungen oder neue Lieferkettenstrategien ständig neue Anforderungen.
Trainings können etwa Themen wie Digitalisierung im Einkauf, Risikomanagement in Lieferketten, strategische Beschaffung oder Kostenanalysen abdecken. So lassen sich Kompetenzlücken schneller schließen. Zudem werden Unternehmen dadurch unabhängiger vom externen Arbeitsmarkt.
Worin unterscheidet sich die Einkäufer Academy von klassischen Weiterbildungsangeboten?
Der wichtigste Unterschied ist der Praxisbezug. Viele klassische Weiterbildungen bleiben relativ theoretisch. In der Einkäufer Academy geht es dagegen aktuelle um Themen aus dem Alltag von Einkauf und Supply Chain Management. Die Trainings basieren auf Erfahrungen aus realen Projekten – von Einkäufern für Einkäufe. Dadurch ist der Nutzen für das Tagesgeschäft sehr hoch.
Wenn Schlüsselpositionen monatelang unbesetzt bleiben: Wird Interim Management im Einkauf zur neuen Normalität?
In vielen Unternehmen sehen wir diese Entwicklung bereits. Interim Management wird nicht mehr nur eingesetzt, um kurzfristige Lücken zu überbrücken.
Neben klassischen Fällen wie der Überbrückung zwischen zwei Festanstellungen nutzen Unternehmen Interim Manager zunehmend strategisch – etwa für Transformationsprojekte, Kostensenkungsprogramme, den Aufbau neuer Werke oder die Neuausrichtung von Lieferketten.
Was ist das Besondere am Interim Management von KLOEPFEL by EPSA?
Der große Vorteil ist die klare Spezialisierung auf Einkauf und Supply Chain Management. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit einem Netzwerk erfahrener Interim Manager zusammen, die genau in diesen Bereichen tätig sind.
Zusätzlich profitieren unsere Kunden davon, dass diese Experten auf das gesamte Know-how von KLOEPFEL by EPSA zugreifen können – etwa auf Tools, Datenbanken, Marktanalysen und Projekterfahrungen.
Können auch Optimierungsprojekte Unternehmen im War of Talents entlasten?
Ja, absolut. Beratungsprojekte von KLOEPFEL by EPSA können Einkaufsteams gezielt entlasten, vor allem wenn externe Experten nicht nur analysieren, sondern wirklich operativ mitarbeiten. Unsere Berater agieren dann wie Kollegen und Coaches auf Zeit.
Sie bringen zusätzliches Know-how in Projekte ein, unterstützen bei strategischen Themen wie Lieferantenstrategien, Kostensenkungsprogrammen oder der Neuausrichtung von Lieferketten und helfen gleichzeitig dabei, internes Wissen aufzubauen.
Für Unternehmen ist das oft ein sehr effizienter Weg, um kurzfristig Expertise zu gewinnen, das eigene Team zu stärken und gleichzeitig wichtige Projekte voranzubringen.
In welchen Situationen ist Outsourcing von Einkaufsfunktionen strategisch sinnvoller als Neueinstellungen?
Outsourcing ist vor allem sinnvoll, wenn Unternehmen schnell auf Kapazitäts- oder Kompetenzlücken reagieren müssen – etwa wenn qualifizierte Fachkräfte schwer zu finden sind oder kurzfristig spezielles Know-how benötigt wird.
Auch bei ineffizienten internen Prozessen oder wenn Skaleneffekte genutzt werden sollen, kann Outsourcing eine sinnvolle Lösung sein – gerade im Mittelstand.
Kluges Outsourcing macht den Einkauf so stark und innovativ wie ein Startup und gleichzeitig so mächtig wie ein Konzern.
Was unterscheidet das Outsourcing von KLOEPFEL by EPSA von anderen Anbietern?
Auch hier spielt die Spezialisierung auf Einkauf eine zentrale Rolle. Wir bringen ein großes Lieferanten- und Marktnetzwerk, umfangreiche Einkaufsdatenbanken und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten mit. Unternehmen erhalten dadurch nicht nur operative Unterstützung, sondern auch Zugang zu Markt-Know-how, Methoden und Best Practices aus vielen Einkaufsorganisationen.
Worauf achten Top-Führungskräfte im Bereich Einkauf und Supply Chain Management heute besonders, bevor sie eine neue Rolle annehmen?
Entscheidend ist für viele Führungskräfte, welche strategische Bedeutung der Einkauf im Unternehmen tatsächlich hat. Sie wollen wissen, ob der Einkauf Einfluss auf Unternehmensentscheidungen hat oder eher operativ arbeitet.
Auch Themen wie Digitalisierung, internationale Lieferkettenstrategie und Gestaltungsspielraum spielen eine wichtige Rolle. Führungskräfte wollen heute stärker gestalten und nicht nur verwalten.
Welche typischen Fehler machen Unternehmen im Recruiting – und wie hilft ein spezialisierter Ansatz wie Executive Search, diese zu vermeiden?
Ein häufiger Fehler sind zu allgemeine Anforderungsprofile und ein fehlendes Verständnis für die Spezialisierung im Einkauf. Gleichzeitig dauern Entscheidungsprozesse oft zu lange. Gute Kandidaten sind dann bereits vom Markt verschwunden.
Ein spezialisierter Executive-Search-Ansatz hilft, geeignete Kandidaten gezielt über branchenspezifische Netzwerke zu identifizieren und realistischer zu bewerten.
Wie unterscheidet sich das Executive Search von KLOEPFEL by EPSA von anderen Anbietern?
Der Unterschied liegt hier ebenfalls in unsrer Spezialisierung auf Einkauf und Supply Chain Management. Dadurch haben wir ein sehr großes Kandidatennetzwerk und ein tiefes Verständnis für die Anforderungen der Kunden.
Kandidaten werden nicht nur nach Lebenslauf, sondern auch nach ihrer tatsächlichen Erfahrung in strategischen Einkaufs- und Lieferkettenprojekten bewertet.
Zum Abschluss: Welche drei Maßnahmen sollten Unternehmen jetzt ergreifen, um auf den War of Talents zu reagieren?
Erstens sollten Unternehmen durch strukturierte Trainingsprogramme stärker in die Entwicklung eigener Talente investieren.
Zweitens lohnt es sich, flexiblere Modelle zu nutzen, etwa Interim Management, Optimierungsprojekte oder Outsourcing, um kurzfristig Know-how verfügbar zu machen.
Drittens wird spezialisiertes Recruiting immer wichtiger. Gerade im Einkauf lohnt sich ein Executive-Search-Ansatz, der genau auf diese Funktionen zugeschnitten ist.
Sie wollen Ihren Einkauf im War of Talents zukunftsfähig aufstellen?
Kontakt:
Kloepfel Group
Damir Berberovic
Tel.: 0211 941 984 33 | Mail: rendite@kloepfel-consulting.com
