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    Interviews

    Dienstwagenkosten um 10 bis 30 Prozent senken

    By Kloepfel6. Juli 2026Updated:6. Juli 20264 Mins Read
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    Dienstwagenkosten senken
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    Die größten Einsparhebel: Einkauf, Leasing und Digitalisierung

    Steigende Fahrzeugpreise, höhere Leasingraten und wachsende Mobilitätsanforderungen erhöhen die Kosten vieler Dienstwagenflotten. Gleichzeitig bleiben erhebliche Einsparpotenziale oft ungenutzt. Matthias Schirm von Kloepfel by EPSA zeigt, wie Unternehmen ihre Dienstwagenkosten nachhaltig senken, bessere Konditionen verhandeln und von einer professionellen Steuerung profitieren können.

    Im Interview geht es unter anderem um:

    • Einsparpotenziale bei Dienstwagen und Leasing
    • Versteckte Kostenfallen bei Dienstwagenflotten
    • Mehr Verhandlungsmacht durch Ausschreibungen und Bündelung
    • Wirtschaftlichkeit von Elektro-Dienstwagen
    • Digitale Steuerung und Kostenkontrolle
    • Typische Fehler im Dienstwagenmanagement und deren Vermeidung

    Die Fuhrparkkosten steigen seit Jahren. Wo siehst Du aktuell die größten Einsparpotenziale für Einkaufsabteilungen?

    Die größten Einsparpotenziale liegen nach wie vor bei den Fahrzeugen selbst. Entscheidend sind die Auswahl der Hersteller, die Fahrzeugmodelle, die Ausstattung sowie die Finanzierung beziehungsweise die Leasingkonditionen. Kraftstoffkosten stehen zwar häufig im Fokus, machen im Vergleich zu den Fahrzeug- und Leasingkosten jedoch meist einen deutlich kleineren Anteil aus. Wer Fahrzeugbeschaffung und Leasing professionell steuert, kann hier die größten Hebel nutzen.

    Welche Kostenpositionen im Fuhrpark werden von Unternehmen besonders häufig übersehen?

    Viele Unternehmen betrachten vor allem die monatliche Leasingrate und übersehen dabei den Leasingfaktor, also das Verhältnis zwischen Leasingrate und Listenpreis. Dieser Wert zeigt schnell, ob ein Fahrzeug zu guten oder schlechten Konditionen beschafft wurde. Darüber hinaus werden Versicherungen häufig nicht ausreichend überprüft, obwohl hier Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich möglich sind. Auch Leistungen wie Wartung, Reifenservice oder Werkstattkosten sollten genau analysiert werden, da externe Rahmenverträge teilweise günstiger sein können als integrierte Full-Service-Pakete.

    Wie können Einkaufsabteilungen ihre Verhandlungsmacht gegenüber Leasinggesellschaften, Herstellern und Fuhrparkdienstleistern gezielt erhöhen?

    Der wichtigste Hebel ist die Bündelung von Volumen. Unternehmen mit mehreren Standorten oder Gesellschaften sollten ihre Fahrzeugbedarfe zentral ausschreiben und verhandeln. Je höher das Einkaufsvolumen, desto besser die Verhandlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig sollten Unternehmen vermeiden, sich vollständig an einen Hersteller oder dessen Leasinggesellschaft zu binden. Eine gewisse Diversifizierung erhöht die Wettbewerbsintensität und stärkt die eigene Verhandlungsposition.

    Welche Rolle spielen Ausschreibungen und Benchmarks bei der Senkung von Fuhrparkkosten?

    Ausschreibungen und Benchmarks schaffen Transparenz über Marktpreise und Konditionen. Unternehmen erkennen dadurch, ob ihre Leasingfaktoren, Versicherungsprämien oder Servicekosten wettbewerbsfähig sind. Gleichzeitig erhöhen Ausschreibungen den Wettbewerb zwischen Herstellern, Leasinggesellschaften und Dienstleistern. Dadurch lassen sich bessere Konditionen erzielen und bestehende Verträge objektiv bewerten.

    Worauf sollten Unternehmen bei der Verhandlung von Leasingverträgen besonders achten?

    Besondere Aufmerksamkeit verdient der Leasingfaktor, da er die tatsächliche Wirtschaftlichkeit eines Leasingangebots besser widerspiegelt als die reine Leasingrate. Zudem sollten Unternehmen nicht nur verschiedene Hersteller miteinander vergleichen, sondern auch mehrere Autohäuser desselben Herstellers anfragen. Häufig unterscheiden sich Rabatte und Konditionen erheblich. Ein breiter Marktvergleich schafft die Grundlage für bessere Vertragsbedingungen.

    Welche Vorteile bietet die Bündelung von Fahrzeug-, Tankkarten-, Versicherungs- und Servicedienstleistungen aus Einkaufssicht?

    Durch die Bündelung von Volumina können Unternehmen von Staffelrabatten und besseren Rahmenvertragskonditionen profitieren. Viele Anbieter gewähren höhere Nachlässe, wenn bestimmte Abnahmemengen über mehrere Jahre zugesichert werden. Das gilt nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für Versicherungen, Tankkarten, Werkstatt- und Servicedienstleistungen. Größere Volumina erhöhen die Verhandlungsmacht und führen meist zu besseren Konditionen.

    Für welche Unternehmen lohnt sich die Umstellung auf Elektrofahrzeuge bereits heute aus wirtschaftlicher Sicht?

    Die Wirtschaftlichkeit hängt weniger von der Unternehmensgröße als vom individuellen Einsatzprofil der Fahrzeuge ab. Für Mitarbeiter, die überwiegend kurze bis mittlere Strecken fahren oder das Fahrzeug vor allem für den Arbeitsweg nutzen, können Elektrofahrzeuge bereits heute wirtschaftliche Vorteile bieten. Niedrigere Energie- und Betriebskosten sowie zusätzliche Fördermöglichkeiten wirken sich positiv auf die Gesamtkosten aus. Bei sehr hohen täglichen Fahrleistungen müssen dagegen Ladezeiten und Ladeinfrastruktur sorgfältig berücksichtigt werden.

    Wie groß sind die Einsparpotenziale durch digitale Fuhrparksteuerung, Telematik und Datenanalysen?

    Digitale Fuhrparksteuerung schafft vor allem Transparenz und ermöglicht eine konsequente Kostenkontrolle. Unternehmen können beispielsweise Kraftstoffverbräuche, die Nutzung von Premiumkraftstoffen, Ladekosten, Standzeiten an Ladesäulen oder die Entwicklung von Leasingkilometern überwachen. Dadurch lassen sich Fehlverhalten und unnötige Mehrkosten frühzeitig erkennen und vermeiden. Die Einsparungen entstehen vor allem durch bessere Steuerung und die Vermeidung von Nachzahlungen.

    Welche typischen Fehler machen Unternehmen bei der Beschaffung von Fahrzeugen und Fuhrparkdienstleistungen?

    Ein häufiger Fehler besteht darin, das Fuhrparkmanagement nur nebenbei zu betreiben. Ohne klare Verantwortlichkeiten bleiben Einsparpotenziale oft ungenutzt. Ein weiterer Fehler sind zu große Freiheitsgrade bei der Fahrzeugauswahl. Individuelle Sonderwünsche bei Modellen oder Ausstattungen erhöhen die Kosten erheblich und erschweren standardisierte Verhandlungen. Unternehmen sollten deshalb klare Car Policies definieren und konsequent umsetzen.

    Wenn Du heute die Verantwortung für den Fuhrpark eines mittelständischen Unternehmens übernehmen würdest: Welche drei Maßnahmen würdest Du als Erstes umsetzen, um die Kosten zu senken?

    Zunächst würde ich eine vollständige Transparenz über den bestehenden Fuhrpark schaffen und alle Fahrzeuge, Leasingkonditionen, Leasingfaktoren und Rahmenverträge analysieren.

    Anschließend würde ich die Herstellerlandschaft konsolidieren, um Volumeneffekte besser nutzen zu können und den sogenannten Wildwuchs bei Fahrzeugmarken einzudämmen.

    Als dritten Schritt würde ich die Car Policy sowie die Elektrifizierungsstrategie überprüfen, um festzulegen, wo Elektrofahrzeuge wirtschaftlich sinnvoll sind und wie künftige Fahrzeugbeschaffungen optimal gesteuert werden können.

     

    Redaktion
    Kloepfel Magazin
    Christian Fischer
    Mobil: +49 -152227227 -50
    c.fischer@kloepfel-services.com

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