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    Wie OMMM die Produktionsplanung neu denkt

    By Kloepfel21. Juli 20267 Mins Read
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    Team-OMMM
    Team OMMM Bild: Stephan Pick
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    Die KI-gestützte Software verbindet Nachfrage, Material, Kapazitäten und Produktion in einem Gesamtmodell

    Viele Unternehmen planen ihre Produktion noch immer mit Excel-Tabellen, Plantafeln oder Lösungen, die einzelne Bereiche optimieren. OMMM verfolgt einen anderen Ansatz. Die KI-gestützte Software führt Nachfrage, Materialverfügbarkeit, Kapazitäten und Produktionsabläufe in einem Gesamtmodell zusammen. Im Interview erklärt Matthias Banike, Vice President Business Development bei OMMM, wie die Lösung funktioniert. Dabei beschreibt er, warum das Erfahrungswissen der Planer eine zentrale Rolle spielt und welche wirtschaftlichen Effekte möglich sind.

    Herr Banike, was leistet OMMM konkret? Und wodurch unterscheidet sich die Lösung von Excel, herkömmlicher Produktionsplanungssoftware oder den Planungstools großer ERP-Anbieter?

    OMMM entwickelt KI-gestützte Software für die Produktionsplanung und die Optimierung von Lieferketten. Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, auch unter komplexen Rahmenbedingungen wirtschaftlich optimale und zugleich praktisch umsetzbare Produktionspläne zu erstellen.

    Viele Unternehmen arbeiten heute noch mit Plantafeln oder einer Vielzahl unterschiedlicher Excel-Tabellen. Das ist nicht nur fehleranfällig. Die Qualität der Planung hängt zudem auch stark vom Erfahrungswissen einzelner Mitarbeiter ab. Für Dritte sind die Entscheidungen häufig nur schwer nachvollziehbar, und es fehlt an Transparenz.

    Klassische ERP-Systeme sind sehr gut darin, Prozesse und Daten abzubilden. Was ihnen häufig fehlt, ist eine leistungsfähige Optimierung. Genau hier setzen wir an. Wir ergänzen das bestehende ERP-System um eine Optimierungsschicht. OMMM übernimmt Stamm- und Bewegungsdaten, verarbeitet sie und erstellt innerhalb weniger Minuten einen sowohl zulässigen als auch optimierten Plan, der die jeweiligen Restriktionen des Unternehmens berücksichtigt.

    Was steckt technologisch hinter dieser Optimierung?

    Technologisch basiert die Lösung auf einem eigenentwickelten Solver, der auf langjähriger Forschungsarbeit an der Universität zu Köln aufbaut. Dabei handelt es sich um eine Engine, die unterschiedliche Algorithmen kombiniert, um komplexe Optimierungsprobleme zu lösen.

    Und wie gehen Sie mit den sensiblen Produktionsdaten der Kunden um?

    Datenschutz steht an erster Stelle. Wir verwenden die Daten unserer Kunden nicht, um andere Modelle oder Systeme zu trainieren. Jede Installation ist für sich getrennt, und die Kundendaten bleiben beim jeweiligen Unternehmen.

    OMMM optimiert nicht nur einzelne Engpässe, sondern die gesamte Wertschöpfungskette. Wie erstellt die Software einen übergreifenden Plan?

    Ein wesentlicher Vorteil unseres Ansatzes ist, dass wir Nachfrageplanung, Produktions- und Kapazitätsplanung sowie Grob- und Feinplanung miteinander verbinden. Dadurch vermeiden wir lokale Optima, die in einem Bereich zwar gut aussehen, an anderer Stelle aber neue Probleme verursachen.

    Die Software betrachtet die relevanten Restriktionen gleichzeitig. Dazu gehören beispielsweise Nachfrage, Materialverfügbarkeit, Maschinen- und Personalkapazitäten, Rüst- und Reinigungszeiten, Mindestauftragsmengen, Mindesthaltbarkeiten oder Lagergrenzen. Aus allen zulässigen Lösungen ermittelt OMMM dann den Plan, der die vom Unternehmen gewählte Strategie am besten erfüllt.

    Gerade in der Prozessindustrie mit ihren vielen Abhängigkeiten ist dieser ganzheitliche Ansatz aus meiner Sicht ein entscheidender Vorteil. Hinzu kommt die Möglichkeit, Szenarien sehr schnell durchzuspielen.

    Können Sie an einem konkreten Beispiel zeigen, wie ein Produktionsplaner mit solchen Szenarien arbeitet?

    Nehmen wir ein typisches Beispiel: Der Vertrieb meldet sich kurzfristig, weil ein wichtiger Kunde eine große zusätzliche Menge innerhalb weniger Tage benötigt. Mit einem Excel-Plan ist es sehr schwierig zu erkennen, welche Konsequenzen die Annahme dieses Auftrags für die gesamte Produktion hat.

    In OMMM können wir diesen Auftrag als Szenario einspielen. Die Software zeigt dann beispielsweise: Der Auftrag kann ohne Probleme erfüllt werden. Oder sie zeigt: Er ist zwar machbar, aber ein anderer Kunde wird dadurch verspätet beliefert und es entstehen beispielsweise 5.000 Euro zusätzliche Rüstkosten. Der Planer erhält damit eine transparente Grundlage für seine Entscheidung.

    Welchen konkreten Nutzen bringt diese integrierte Planung den Kunden – etwa bei Liefertreue, Beständen, Maschinenauslastung, Durchlaufzeiten und gebundenem Kapital?

    Die Vorteile zeigen sich in all diesen Bereichen. Entscheidend ist allerdings, welche Strategie das Unternehmen verfolgt und welche Ziele es priorisiert.

    Diese Prioritäten können sich im Jahresverlauf auch verändern. In einer Phase mit hoher Nachfrage kann beispielsweise die Liefertermintreue an erster Stelle stehen. In einer saisonal schwächeren Phase kann dagegen eine möglichst gleichmäßige Kapazitätsauslastung wichtiger sein.

    In der Regel erreichen unsere Kunden eine höhere Liefertermintreue, weil Engpässe frühzeitig sichtbar werden und das Unternehmen gegensteuern kann. Gleichzeitig lassen sich Bestände reduzieren. Das senkt die Lagerkosten und verringert das im Unternehmen gebundene Kapital.

    Ein weiterer wichtiger Hebel ist die Optimierung von Rüst- und Reinigungsvorgängen. Werden diese reduziert, steigt die verfügbare Produktionskapazität, und auch die Durchlaufzeiten können sinken.

    Was verändert sich dadurch konkret für die Arbeit der Produktionsplaner?

    Ein erheblicher Nutzen entsteht zudem für die Produktionsplaner selbst. Heute agieren viele von ihnen im Alltag häufig als Feuerwehrleute. Sie erstellen einen Plan, doch durch neue Aufträge, verspätete Materialien oder andere Störungen ist dieser kurze Zeit später bereits wieder überholt.

    Mit OMMM lässt sich sehr schnell ein neuer, umsetzbarer Plan erstellen. Der Planer kann sich dadurch stärker auf die wirklich wichtigen Entscheidungen konzentrieren. Die Software weist beispielsweise mit Warnmeldungen darauf hin, dass ein Auftrag möglicherweise nicht vollständig oder nicht rechtzeitig ausgeliefert werden kann.

    Der Planer kann dann verschiedene Handlungsoptionen prüfen. Ist eine Teillieferung möglich? Kann der Einkauf ein bestimmtes Rohmaterial einen Tag früher beschaffen? Ist eine zusätzliche Schicht notwendig? Oder kann durch eine veränderte Reihenfolge ein Rüstvorgang vermieden und dadurch zusätzliche Kapazität gewonnen werden?

    Die Arbeit des Planers verändert sich damit grundlegend: weg vom permanenten Bearbeiten von Excel-Tabellen, hin zu einer tatsächlichen Planung und Steuerung mit nachhaltigen Ergebnissen.

    OMMM soll auch das Erfahrungswissen von Produktionsplanern digitalisieren. Wie gelangt dieses Wissen in die Software, und bleiben die Entscheidungen der KI für die Planer nachvollziehbar?

    Im Einführungsprojekt nehmen wir gemeinsam mit den Produktionsplanern ihr Expertenwissen auf. Dieses Wissen wird anschließend in konkrete Regeln und Restriktionen übersetzt und in der Software abgebildet.

    Unser Ansatz besteht ausdrücklich nicht darin, lediglich vergangene Produktionspläne zu analysieren und diese Muster in die Zukunft fortzuschreiben. Wir wollen das Wissen der Experten in Regeln überführen und damit zukünftig bessere Pläne erzeugen als in der Vergangenheit.

    Die Software ersetzt den Planer nicht. Sie macht sein Wissen dauerhaft verfügbar und reproduzierbar. Das ist gerade dann wichtig, wenn sehr viel Know-how nur in den Köpfen einzelner langjähriger Mitarbeiter steckt.

    Dabei legen wir großen Wert auf Transparenz. OMMM ist keine Blackbox. Während der Einführung schauen wir uns die erzeugten Pläne gemeinsam mit den Planern an, validieren die Ergebnisse und prüfen, ob alle relevanten Restriktionen korrekt berücksichtigt werden.

    Der Mensch bleibt in der Verantwortung. Die Software unterstützt ihn dabei, bessere Entscheidungen zu treffen und unter sehr komplexen Bedingungen einen möglichst guten Plan zu erstellen.

    OMMM nennt Einsparpotenziale von 30 bis 60 Prozent bei Rüst- und Reinigungskosten, 10 bis 50 Prozent bei Beständen und 70 bis 90 Prozent bei der Planungszeit. Können Sie uns ein konkretes Kundenbeispiel schildern?

    Die Einsparungen hängen stark von der jeweiligen Ausgangssituation ab. Entscheidend ist: Wie plant ein Unternehmen heute, welche Probleme bestehen und welche Ziele sollen mit der Einführung erreicht werden?

    Ein Beispiel ist Schluckwerder aus der Valeo Foods Group. Dort konnten durch den Einsatz unserer Produktionsplanung und des Demand Plannings Einsparungen im sechsstelligen Bereich erzielt werden.

    Auch bei den operativen Kennzahlen zeigten sich nach kurzer Zeit messbare Verbesserungen. Die Prognosegenauigkeit verbesserte sich um fünf Prozentpunkte, gemessen am MAPE. Gleichzeitig konnte die Liefertreue, gemessen am OTIF, um drei bis vier Prozentpunkte gesteigert werden. Darüber hinaus wurde der Planungsaufwand für die Mitarbeiter deutlich reduziert.

    Das Beispiel zeigt, dass der Nutzen nicht aus einer einzelnen Kennzahl entsteht. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus besserer Prognosequalität, höherer Liefertreue, geringeren Kosten und einem deutlich reduzierten Planungsaufwand.

    Sie wollen Ihre Produktions- und Lieferkettenplanung mit KI optimieren? Vereinbaren Sie noch heute einen unverbindlichen Beratungstermin.

    OMMM Operations Management Solutions GmbH
    Matthias Banike, VP Business Development
    Mobil +49 (0)171 11 28 123
    banike@ommm.ai | www.ommm.ai

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